Als Vermieter bist du steuerpflichtig – aber auch abzugsberechtigt. Wer die Spielregeln kennt, zahlt erheblich weniger. Dieser Leitfaden erklärt alle wichtigen Steuerfragen für Immobilieninvestoren.

1. Einkommensteuer auf Mieteinnahmen

Auf einen Blick: Aktuelle Zahlen 2026
  • AfA Normgebäude (ab 1925): 2,0 % p.a. über 50 Jahre (Stand: April 2026)
  • AfA Denkmal: 9 % (8 Jahre) + 7 % (4 Jahre) (Stand: April 2026)
  • Spekulationssteuer: entfällt nach 10 Jahren Haltedauer (Stand: April 2026)
  • Grunderwerbsteuer: 3,5 % (BY) bis 6,5 % (NRW, BRB) (Stand: April 2026)
  • Werbungskosten pauschal: 1.000 €/Jahr ohne Einzelnachweis (Stand: April 2026)
Immobilien und Steuern: Der vollständige Leitfaden für Vermieter

Mieteinnahmen werden als "Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung" (§ 21 EStG) der Einkommensteuer unterworfen. Steuersatz: Dein persönlicher Einkommensteuersatz (14–42 %).

Wichtig: Nicht die Bruttomiete, sondern der Überschuss (Einnahmen minus Werbungskosten) wird besteuert.

2. Absetzbare Werbungskosten (Auswahl)

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Praxis-Tipp

Die 15-%-Regel beachten: Investieren Sie in den ersten 3 Jahren nach Kauf nicht mehr als 15 % des Gebäude-Kaufpreises in Renovierungen, sonst werden die Kosten zu anschaffungsnahen Herstellungskosten — und Sie verlieren den sofortigen Steuerabzug. Bei Zweifel: Steuerberater fragen.

  • Kreditzinsen (nicht Tilgung!)
  • Grundsteuer
  • Hausverwaltungskosten
  • Instandhaltung und Reparaturen
  • AfA (Abschreibung: 2 % oder 2,5 % des Gebäudeanteils)
  • Fahrtkosten zum Objekt (0,30 €/km)
  • Maklergebühren (bei Neuvermietung)
  • Steuerberaterkosten (Anteil für Mieteinnahmen)

Vollständige Liste: Werbungskosten für Vermieter

3. Umsatzsteuer bei Vermietung

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Wohnraumvermietung ist grundsätzlich umsatzsteuerfrei (§ 4 Nr. 12 UStG). Ausnahmen:

  • Gewerberaumvermietung: Option zur Umsatzsteuer möglich (19 %)
  • Möblierte Kurzzeitvermietung (Airbnb etc.): kann umsatzsteuerpflichtig sein
  • Kleinunternehmerregelung: unter 22.000 € Umsatz = keine USt-Pflicht

4. Spekulationssteuer beim Verkauf

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Verkaufst du eine vermietete Immobilie innerhalb von 10 Jahren: Gewinn ist voll steuerpflichtig. Nach 10 Jahren: steuerfrei. Selbstgenutzte Immobilien: nur 3 Jahre Haltefrist. Mehr: Spekulationsfrist erklärt.

5. Grundsteuer

Laufende Steuer auf Grundbesitz, die als Betriebskosten auf Mieter umgelegt werden kann. Nach der Reform 2025 neu berechnet. Mehr: Grundsteuerreform 2025.

Praktische Steuertipps

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  • Steuerberater beauftragen (rechnet sich ab ~2 Objekten)
  • Alle Belege sammeln und digital archivieren
  • Renovierungen vor Einzug: Erhaltungsaufwand vs. Herstellungskosten klären (unterschiedliche Abzugsmöglichkeit!)
  • Anschaffungsnahe Herstellungskosten (§ 6 Abs. 1 Nr. 1a EStG): Innerhalb von 3 Jahren maximal 15 % des Kaufpreises reparieren, sonst Aktivierungspflicht

Rendite nach Steuern

Berechne deine Nettorendite nach Kosten: Nettorendite-Rechner. AfA-Berechnung: AfA einfach erklärt.

Steuern als Vermieter: Das Wichtigste kompakt

Als Vermieter zahlst du Einkommensteuer auf den Überschuss aus Mieteinnahmen minus Werbungskosten. Werbungskosten umfassen: Schuldzinsen, Abschreibung (AfA), Verwaltungskosten, Reparaturen, Grundsteuer, Versicherungen, Fahrtkosten. Im ersten Steuerjahr liegt der Werbungskostenüberschuss oft bei null oder im Minus – das reduziert deine Steuerlast aus anderen Einkommen. Ab dem zweiten Jahr werden Mieteinnahmen als positive Einkünfte steuerlich erfasst. Die Spekulationsfrist: Wenn du eine Immobilie unter zehn Jahren hältst und dann verkaufst, wird der Gewinn mit deinem persönlichen Einkommensteuersatz besteuert. Nach zehn Jahren: steuerfrei. Das ist einer der größten Steuervorteile der Immobilienanlage. Steueroptimierung | AfA erklärt.

Weitere Steuer-Themen: Alle Steuer-Abzüge | Anlage V Tipps

Steuerliche Optimierung: Chancen und Risiken

VorteileNachteile
✓ AfA senkt Steuerlast jährlich✗ Steuerstundung, keine Steuerfreiheit
✓ Werbungskosten sofort absetzbar✗ Anschaffungsnahe Kosten müssen aktiviert werden
✓ Verluste aus V+V verrechenbar✗ Bei Verkauf: mögliche Steuerfreiheit erst nach 10 J.
✓ Denkmal-AfA bis 12 % p.a.✗ Denkmalschutzauflagen erhöhen Kosten
✓ GbR/GmbH für Steuerstrategie✗ GmbH: höherer Verwaltungsaufwand

AfA-Vergleich: Welche Immobilie bringt mehr Steuerersparnis?

ImmobilientypAfA-SatzLaufzeitSteuervorteil bei 100.000 € Gebäudewert
Normgebäude (Bj. ab 1925)2,0 %/Jahr50 Jahre2.000 €/Jahr × Steuersatz
Älteres Gebäude (Bj. vor 1925)2,5 %/Jahr40 Jahre2.500 €/Jahr × Steuersatz
Denkmal (§ 7i EStG)9 % (8J) + 7 % (4J)12 Jahrebis 9.000 €/Jahr × Steuersatz
Neubau ab 2023 (§ 7b EStG)5 %/Jahr20 Jahre5.000 €/Jahr × Steuersatz

Das Steuerrecht für Vermieter hat sich 2023/24 an mehreren Stellen geändert: Der neue AfA-Satz von 5 % für Neubauimmobilien (§ 7b EStG) macht Neubauten steuerlich wieder attraktiver. Gleichzeitig verschiebt die ökologische Lenkung (GEG 2024, Heizungsgesetz) Sanierungskosten nach vorne — die mit entsprechenden KfW-Förderungen aber gut abgefedert werden können. Grundsätzlich gilt: Steuerliche Optimierung ja, aber niemals eine schlechte Immobilie aus Steuergründen kaufen.