Immobilien kaufen als Student: Was wirklich möglich ist
Die Frage klingt utopisch — aber sie ist es nicht. Jedes Jahr kaufen Studenten in Deutschland Immobilien. Nicht alle, und nicht unter allen Umständen. Aber mit den richtigen Voraussetzungen ist es machbar — und der frühe Start ist langfristig ein enormer Vorteil durch den Zinseszinseffekt der Tilgung.
Wann ist Immobilienkauf als Student realistisch?
- Notarkosten + Grundbuch: ca. 1,5–2,0 % des Kaufpreises (Stand: April 2026)
- Grunderwerbsteuer: 3,5–6,5 % (je nach Bundesland) (Stand: April 2026)
- Maklerprovision (geteilt seit 2020): je 1,5–3,57 % (Stand: April 2026)
- Dauer Grundbuchübertragung: ca. 6–12 Wochen nach Notar (Stand: April 2026)
- Auflassungsvormerkung: schützt ab Tag des Notartermins (Stand: April 2026)

Es wird funktionieren wenn: Du Eigenkapital hast (eigene Ersparnisse, Erbe, Schenkung von Eltern). Du ein gesichertes Einkommen hast (Werkstudent, Nebenjob, Unterhaltszahlung die als Einkommen gilt). Deine Eltern als Bürgen einspringen oder mithaften. Du eine günstige Immobilie in einer kleinen Stadt kaufst (50.000–120.000 Euro) statt in Metropolen.
Das wird nicht funktionieren wenn: Kein Eigenkapital vorhanden ist. Kein regelmäßiges Einkommen nachweisbar ist. Die gewünschte Immobilie teuer ist und die Bankrate das studentische Einkommen übersteigt.
Eltern als Co-Kreditnehmer oder Bürge
Lassen Sie die Immobilie vor dem Kauf von einem unabhängigen Sachverständigen prüfen (ca. 500–1.000 €). Das ist bei gebrauchten Objekten Pflicht. Typische Baumängel die Gutachter finden: Feuchtigkeit im Keller, Schimmel hinter Verkleidungen, Risse im Fundament. Ein Gutachten kann den Kaufpreis um 10.000–50.000 € senken.
Der häufigste Weg für Studenten-Immobilienkäufe: Eltern oder wohlhabende Verwandte treten als Co-Kreditnehmer auf. Das bedeutet: Sie haften mit für den Kredit. Banken schauen dann auf das Gesamteinkommen (Student + Eltern). Das funktioniert gut wenn Eltern selbst schuldenfrei sind und ausreichend Einkommen haben.
Die Eigennutzungs-Strategie für Studenten

Beliebte Strategie: Student kauft eine Wohnung in seiner Universitätsstadt, zieht selbst ein und vermietet die anderen Zimmer an Kommilitonen. Das reduziert die eigene Wohnkostenlast und generiert Mieteinnahmen. Nach dem Studium: entweder behalten und komplett vermieten oder mit Gewinn verkaufen (wenn mindestens 3 Jahre selbst genutzt: steuerfrei nach Eigennutzungs-Ausnahme).
Frühzeitiger Vermögensaufbau: Erste Immobilie kaufen. Für die Finanzierungsprüfung: Wie viel Eigenkapital brauche ich?
Finanzierungsoptionen für Studenten
Für Studenten die kaufen wollen aber kein Bankkreditprofil haben: Bausparverträge können schon in jungen Jahren bespart werden und nach dem Studium als Eigenkapital-Nachweis dienen. Private Darlehen von Eltern, die als Eigenkapital eingebracht werden, sind steuerlich unproblematisch wenn schriftlich dokumentiert. Manche Sparkassen bieten spezielle Studienkredite an die nach dem Studium in normale Baudarlehen überführt werden. Die Voraussetzung bleibt: plausibles Rückzahlungs-Szenario nach Studienabschluss. Mehr: Eigenkapital erhöhen.
Wichtige Infos für Käufer: Grunderwerbsteuer nach Bundesland | AfA-Abschreibung
Kaufnebenkosten nach Bundesland
| Bundesland | Grunderwerbsteuer | Gesamte Nebenkosten Ø |
|---|---|---|
| Bayern | 3,5 % | ca. 7–9 % |
| Sachsen | 3,5 % | ca. 7–9 % |
| Hamburg | 4,5 % | ca. 8–10 % |
| Hessen | 6,0 % | ca. 10–12 % |
| NRW / Brandenburg | 6,5 % | ca. 10–13 % |
Der Markt hat sich seit 2022 zugunsten der Käufer verschoben. Preisverhandlungen von 5–15 % sind in vielen Regionen wieder möglich — besonders bei sanierungsbedürftigen Objekten oder länger am Markt stehenden Angeboten. 2026 sind die Chancen für Kapitalanleger besser als seit Jahren: niedrigere Preise als 2021/22, leicht gesunkene Zinsen, und ein strukturelles Wohnungsdefizit das die Mietpreise stützt. Wer jetzt qualitätsbewusst kauft, investiert in ein window of opportunity.


