Wer eine Immobilie kauft, zahlt nicht nur den Kaufpreis. Kaufnebenkosten von 8–15 % kommen dazu – und müssen in der Regel aus dem Eigenkapital bezahlt werden, da Banken diese selten mitfinanzieren. Dieser Überblick zeigt alle Kostenpositionen.

Alle Kaufnebenkosten im Überblick

Auf einen Blick: Aktuelle Zahlen 2026
  • Mietpreisbremse: max. 10 % über Mietspiegel bei Neuvermietung (Stand: April 2026)
  • Kappungsgrenze Mieterhöhung: 20 % in 3 Jahren (ggf. 15 %) (Stand: April 2026)
  • Mietkaution: max. 3 Nettokaltmieten (Stand: April 2026)
  • Kündigungsfrist Vermieter (> 8 J.): 9 Monate (Stand: April 2026)
  • Betriebskostenabrechnung: spätestens 12 Monate nach Periode (Stand: April 2026)
Kaufnebenkosten Immobilien: Was wirklich auf dich zukommt
KostenpositionHöheBei 300.000 €Pflicht?
Grunderwerbsteuer3,5–6,5 % (je Bundesland)10.500–19.500 €Ja
Notarkostenca. 1,0–1,5 %3.000–4.500 €Ja
Grundbucheintragungca. 0,5 %1.500 €Ja
Maklerprovision0–7,14 % (oft geteilt)0–21.420 €Nein (wenn kein Makler)
Gutachter / Sachverständiger500–2.000 €500–2.000 €Empfohlen
Gebäudeversicherung (erste Rate)ca. 300–800 €/JahrJa (nach Kauf)
Gesamt (ohne Makler)ca. 5–8 %15.000–24.000 €
Gesamt (mit Makler)ca. 9–15 %27.000–45.000 €

Notarkosten im Detail

Kaufnebenkosten Immobilien: Was wirklich auf dich zukommt
Praxis-Tipp

Dokumentieren Sie den Wohnungszustand bei Einzug lückenlos mit Fotos und einem unterschriebenen Übergabeprotokoll. Im Streitfall gilt: Wer keinen Beweis hat, trägt das Risiko. Normale Abnutzung (Kratzer, verblasste Tapeten) zahlt grundsätzlich der Vermieter — nicht der Mieter.

Der Notar ist gesetzlich vorgeschrieben. Seine Kosten richten sich nach dem Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG) und sind bundesweit einheitlich – du kannst nicht verhandeln. Typische Notarleistungen beim Immobilienkauf:

  • Kaufvertragsbeurkundung
  • Grundschuldbestellung (für die Bank)
  • Treuhandabwicklung und Eintragung im Grundbuch

Maklercourtage seit 2020

Kaufnebenkosten Immobilien: Was wirklich auf dich zukommt

Seit dem 23.12.2020 gilt bei privaten Wohnimmobilien: Wer den Makler beauftragt (meistens der Verkäufer), zahlt mindestens die Hälfte. In der Praxis teilen sich Käufer und Verkäufer die Courtage meist 50:50.

  • Typische Gesamtprovision: 5,95–7,14 % des Kaufpreises (inkl. MwSt.)
  • Anteil Käufer: 2,975–3,57 %
  • Bei 300.000 €: ca. 8.925–10.710 € für den Käufer

Tipp: Direktkäufe vom Eigentümer (Privatverkauf) sparen die Maklercourtage komplett.

So sparst du bei den Nebenkosten

Kaufnebenkosten Immobilien: Was wirklich auf dich zukommt
  • Inventar separat ausweisen: Einbauten, Küche, Keller-Einrichtung – senkt die Grunderwerbsteuer-Basis (Details beim Steuerberater)
  • Bundesland wählen: Bayern/Sachsen (3,5 %) vs. NRW/Thüringen (6,5 %) – macht bei 300.000 € bis zu 9.000 € Unterschied
  • Ohne Makler kaufen: Direktkontakt mit Eigentümern über Online-Portale oder lokale Netzwerke
  • Mehrere Notarangebote einholen: Gebühren sind zwar geregelt, aber Dienstleistungsumfang unterscheidet sich

Fazit

Plane immer mindestens 10 % des Kaufpreises als Nebenkosten-Puffer ein – in Hochpreislagen mit Makler bis zu 15 %. Diese Kosten musst du aus dem Eigenkapital bezahlen. Unser Nettorendite-Rechner berücksichtigt diese Kosten bereits in der Kalkulation.

Weiterlesen: Grunderwerbsteuer alle Bundesländer | Eigenkapital: Wie viel braucht man?

Kaufnebenkosten senken: Was wirklich geht

Kaufnebenkosten Immobilien: Was wirklich auf dich zukommt

Es gibt tatsächlich legale Wege, Kaufnebenkosten zu senken. Der Bekannteste: Inventar vom Kaufpreis trennen. Küche, Einbauschrank und andere bewegliche Güter können auf einem separaten Kaufvertrag ausgewiesen werden. Auf diesen Betrag fällt keine Grunderwerbsteuer an. Wichtig: Der Wert muss realistisch sein (Marktwert), sonst erkennt das Finanzamt es nicht an. Typisch: 5.000 bis 15.000 Euro Inventarwert bei einer ausgestatteten Wohnung. Das spart je nach Bundesland 175 bis 975 Euro Grunderwerbsteuer. Nicht dramatisch, aber kostenfrei. Dazu: Direktkauf ohne Makler spart die Käufer-Maklerprovision (3,57 Prozent inkl. MwSt.) – bei 300.000 Euro rund 10.710 Euro. Rendite | Blitz-Check.

Weitere Kauf-Tipps: Alle Kaufkosten | Eigenkapital berechnen | Grundbuch verstehen

Kaufnebenkosten nach Bundesland

BundeslandGrunderwerbsteuerGesamte Nebenkosten Ø
Bayern3,5 %ca. 7–9 %
Sachsen3,5 %ca. 7–9 %
Hamburg4,5 %ca. 8–10 %
Hessen6,0 %ca. 10–12 %
NRW / Brandenburg6,5 %ca. 10–13 %

Der Markt hat sich seit 2022 zugunsten der Käufer verschoben. Preisverhandlungen von 5–15 % sind in vielen Regionen wieder möglich — besonders bei sanierungsbedürftigen Objekten oder länger am Markt stehenden Angeboten. 2026 sind die Chancen für Kapitalanleger besser als seit Jahren: niedrigere Preise als 2021/22, leicht gesunkene Zinsen, und ein strukturelles Wohnungsdefizit das die Mietpreise stützt. Wer jetzt qualitätsbewusst kauft, investiert in ein window of opportunity.