Wenn in einer Mietwohnung etwas nicht stimmt, ist oft die erste Frage: Wer ist schuld, wer muss zahlen? Als Vermieter trägst du die Hauptverantwortung für die Wohnungsqualität — aber nicht unbegrenzt.
Grundsatz: Vermieter muss Mängel beseitigen

§ 535 BGB verpflichtet den Vermieter, die Wohnung während der gesamten Mietzeit in einem gebrauchsfähigen Zustand zu erhalten. Entsteht ein Mangel (der nicht vom Mieter verursacht wurde), musst du ihn beseitigen — auf deine Kosten.
Typische Vermieter-Pflichten

- Heizung: Muss funktionieren (mind. 20°C tagsüber in Wohnräumen)
- Wasserschäden: Reparatur ist Vermietersache, wenn nicht durch Mieter verursacht
- Schimmel durch Baumangel: Wenn Schimmel strukturell bedingt (Wärmebrücken, fehlende Dämmung) → Vermietersache
- Türen und Fenster: Müssen schließen und dichten
- Elektrik: Sicherheit der Elektroinstallation
Wann der Mieter verantwortlich ist
- Schimmel durch falsches Lüften: Wenn Mieter nachweislich nicht ausreichend lüftet, ist Schimmel Mietersache
- Selbst verursachte Schäden: Bohrlöcher, Kratzer, zerbrochene Fliesen
- Normale Abnutzung: Leichte Gebrauchsspuren sind keine Mängel
Was passiert wenn der Vermieter nicht handelt?
Wenn du als Vermieter Mängel trotz Aufforderung nicht beseitigst:
- Mieter darf Miete mindern (§ 536 BGB)
- Mieter kann Selbstvornahme + Kostenersatz (§ 536a BGB)
- Mieter kann außerordentlich kündigen bei erheblichen Mängeln
- Schadensersatzansprüche bei gesundheitlichen Schäden
Checkliste: Umgang mit Mängelanzeigen
- Mängelanzeige schriftlich bestätigen (Datum dokumentieren!)
- Schnell handeln — Verzögerungen verschärfen Haftung
- Ursache klären: Bausubstanz oder Mieterfehler?
- Bei Uneinigkeit: Sachverständigen einschalten
- Alle Reparaturen dokumentieren (Fotos, Rechnungen)
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Als Vermieter ist es wichtig, einen pragmatischen Ansatz zu Maengeln zu entwickeln: Schnell reagieren, dokumentieren, alles schriftlich festhalten. Die meisten Konflikte zwischen Vermietern und Mietern entstehen nicht durch grosse Maengel, sondern durch langsame Kommunikation und fehlende Dokumentation. Wer Maengelanzeigen ernst nimmt und zuerst die Ursache klaert (Bausubstanz oder Mieterverhalten), ist rechtlich und menschlich besser aufgestellt.
Gute Vermieter zeichnen sich nicht dadurch aus, dass sie nie Maengel haben, sondern dadurch, wie schnell und professionell sie reagieren. Mieter erinnern sich an den Vermieter, der sofort half, nicht an den, der keine Maengel hatte. Wer diesen Ansatz verinnerlicht, hat langfristig bessere Mieterbeziehungen und weniger rechtliche Konflikte.


