Immer mehr Immobilieninvestoren kaufen ihre Objekte nicht privat, sondern über eine GmbH. Die Idee: Mieteinnahmen werden in der GmbH nur mit 15 % Körperschaftsteuer besteuert — statt mit dem persönlichen Steuersatz von möglicherweise 42 %. Aber lohnt sich das wirklich?
Wie funktioniert die Immobilien-GmbH?
- AfA Normgebäude (ab 1925): 2,0 % p.a. über 50 Jahre (Stand: April 2026)
- AfA Denkmal: 9 % (8 Jahre) + 7 % (4 Jahre) (Stand: April 2026)
- Spekulationssteuer: entfällt nach 10 Jahren Haltedauer (Stand: April 2026)
- Grunderwerbsteuer: 3,5 % (BY) bis 6,5 % (NRW, BRB) (Stand: April 2026)
- Werbungskosten pauschal: 1.000 €/Jahr ohne Einzelnachweis (Stand: April 2026)

Eine reguläre GmbH (oder UG) kauft die Immobilie, nimmt den Kredit auf, kassiert die Miete und zahlt die laufenden Kosten. Der Gewinn in der GmbH unterliegt:
- Körperschaftsteuer: 15 % auf den Jahresgewinn
- Solidaritätszuschlag: 0,825 % (5,5 % auf KSt)
- Gewerbesteuer: 14–17 % (bei aktiver Verwaltung — aber oft bei reiner Vermietung nicht fällig)
Bei reiner Vermietung (keine gewerbliche Tätigkeit) kann Gewerbesteuer oft vermieden werden. Das ergibt eine effektive Steuerbelastung von rund 15–16 %.
Vergleich: Privat vs. GmbH
Die 15-%-Regel beachten: Investieren Sie in den ersten 3 Jahren nach Kauf nicht mehr als 15 % des Gebäude-Kaufpreises in Renovierungen, sonst werden die Kosten zu anschaffungsnahen Herstellungskosten — und Sie verlieren den sofortigen Steuerabzug. Bei Zweifel: Steuerberater fragen.
| Merkmal | Privat | GmbH |
|---|---|---|
| Steuersatz auf Gewinn | Bis 45 % (ESt) | ~15–16 % (KSt+SolZ) |
| AfA (Abschreibung) | 2–3 % | 2–3 % |
| Ausschüttung ans Privatvermögen | Direkt | 25 % Abgeltungsteuer auf Dividende |
| Kauf/Verkauf (nach 10 Jahren) | Steuerfrei (privat) | Steuerpflichtig (GmbH zahlt KSt+Gewerbe) |
| Verwaltungsaufwand | Gering | Hoch (Buchführungspflicht, Bilanz, GmbH-Kosten) |
| Gründungskosten | 0 | ~2.000–5.000 € (Notar, Register, Steuerberater) |
Der größte Nachteil: Kein steuerfreier Verkauf

Der wichtigste Steuervorteil bei Privatinvestoren — der steuerfreie Verkauf nach 10 Jahren Haltefrist — entfällt bei der GmbH. In der GmbH ist jeder Verkaufsgewinn steuerpflichtig. Das kann den gesamten Steuervorteil aus den Betriebsjahren aufzehren.
Wann lohnt die GmbH-Struktur?
- Du hast dauerhaft hohe persönliche Einkünfte (>80.000 € Jahresgewinn)
- Du planst, Gewinne langfristig in der GmbH zu thesaurieren (nicht sofort auszuschütten)
- Du kaufst und hältst langfristig — kein häufiger Verkauf geplant
- Du barrst einen Steuerberater, der GmbH-Immobilien kennt
Wann besser privat kaufen?
- Du planst, nach 10 Jahren steuerfrei zu verkaufen
- Du hast nur 1–2 Objekte und keinen komplexen Steuerfall
- Du willst minimalen Verwaltungsaufwand
Die GmbH ist kein Selbstläufer — sie braucht professionelle Begleitung. Mehr zum Thema Steuern: Steueroptimierung für Vermieter und AfA erklärt. Rechner auf kapitalanlagerechner24.de.
Grundsaetzlich gilt: Die GmbH-Struktur ist kein Steuer-Trick, sondern ein legitimes Gestaltungsinstrument für Investoren, die langfristig grosse Portfolios aufbauen wollen. Wer nur eine oder zwei Wohnungen hat, wird vom Verwaltungsaufwand und den laufenden GmbH-Kosten (Buchfuehrung, Jahresabschluss, Steuerberater) mehr belastet als er spart. Ab drei bis fuenf Einheiten und einem persoenlichen Grenzsteuersatz von 42 Prozent oder höher beginnt die Rechnung positiv zu werden. Eine individuelle Beratung durch einen spezialisierten Steuerberater ist unbedingt empfehlenswert.
Weitere Steuer-Themen: Alle Steuer-Abzüge | Anlage V Tipps
Steuerliche Optimierung: Chancen und Risiken
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| ✓ AfA senkt Steuerlast jährlich | ✗ Steuerstundung, keine Steuerfreiheit |
| ✓ Werbungskosten sofort absetzbar | ✗ Anschaffungsnahe Kosten müssen aktiviert werden |
| ✓ Verluste aus V+V verrechenbar | ✗ Bei Verkauf: mögliche Steuerfreiheit erst nach 10 J. |
| ✓ Denkmal-AfA bis 12 % p.a. | ✗ Denkmalschutzauflagen erhöhen Kosten |
| ✓ GbR/GmbH für Steuerstrategie | ✗ GmbH: höherer Verwaltungsaufwand |
AfA-Vergleich: Welche Immobilie bringt mehr Steuerersparnis?
| Immobilientyp | AfA-Satz | Laufzeit | Steuervorteil bei 100.000 € Gebäudewert |
|---|---|---|---|
| Normgebäude (Bj. ab 1925) | 2,0 %/Jahr | 50 Jahre | 2.000 €/Jahr × Steuersatz |
| Älteres Gebäude (Bj. vor 1925) | 2,5 %/Jahr | 40 Jahre | 2.500 €/Jahr × Steuersatz |
| Denkmal (§ 7i EStG) | 9 % (8J) + 7 % (4J) | 12 Jahre | bis 9.000 €/Jahr × Steuersatz |
| Neubau ab 2023 (§ 7b EStG) | 5 %/Jahr | 20 Jahre | 5.000 €/Jahr × Steuersatz |
Das Steuerrecht für Vermieter hat sich 2023/24 an mehreren Stellen geändert: Der neue AfA-Satz von 5 % für Neubauimmobilien (§ 7b EStG) macht Neubauten steuerlich wieder attraktiver. Gleichzeitig verschiebt die ökologische Lenkung (GEG 2024, Heizungsgesetz) Sanierungskosten nach vorne — die mit entsprechenden KfW-Förderungen aber gut abgefedert werden können. Grundsätzlich gilt: Steuerliche Optimierung ja, aber niemals eine schlechte Immobilie aus Steuergründen kaufen.




