1-Zimmer-Wohnungen: Hohe Rendite, hohe Fluktuation
- Durchschnittliche Nettomietrendite DE: 3,2 % (2026) (Stand: April 2026)
- Gute Rendite ab: 4,0 % netto (Stand: April 2026)
- Kaufpreisfaktor Deutschland-Ø: 23,4x (Stand: April 2026)
- Leerstandsquote bundesweit: 2,8 % (Stand: April 2026)
- Inflationsschutz: Immobilien langfristig +1,5 % real p.a. (Stand: April 2026)

Kleine Apartments (25–40 m²) erzielen pro Quadratmeter die höchsten Mieten. Ein 30-m²-Apartment in München kann 800 Euro/Monat kosten — das sind 26,7 Euro/m², während eine 80-m²-Wohnung im gleichen Haus für 16–18 Euro/m² vermietet wird. Die Bruttorendite pro Quadratmeter ist deutlich besser. Aber: Kleine Wohnungen haben deutlich höhere Fluktuationsrate (Studenten, junge Berufstätige die nach 1–2 Jahren umziehen). Das bedeutet mehr Leerstand zwischen Mietern, mehr Reparaturbedarf nach häufigen Wechseln und mehr Verwaltungsaufwand. In Universitätsstädten ist die 1-Zimmer-Wohnung trotzdem oft erste Wahl.
2-Zimmer-Wohnungen: Der Sweet Spot
Rechnen Sie immer mit der Nettorendite, nicht mit der Bruttomietrendite. Die tatsächlichen Kosten (Verwaltung ca. 5 %, Instandhaltung 1 €/m²/Monat, Leerstand 3 %) fressen 1–2 Prozentpunkte. Wer nur die Bruttorendite betrachtet, kauft oft schlechter als gedacht.
50–65 m², 2 Zimmer: Das ist die am leichtesten vermietbare Wohnungsgröße in den meisten deutschen Städten. Zielgruppe: Paare, Berufseinsteiger, alleinstehende Berufstätige mit Arbeitszimmer-Wunsch. Diese Gruppe wohnt durchschnittlich 3–7 Jahre — deutlich stabiler als Studenten. Mieten pro m² etwas niedriger als 1-Zimmer, aber viel niedrigere Fluktuation. In mittleren Preissegmenten (C-Städte, B-Städte außerhalb Zentrum) sind 2-Zimmer-Wohnungen das zuverlässigste Investment-Segment.
3–4-Zimmer-Wohnungen: Stabilität für Familien

Familiengerechte Wohnungen (70–100 m²) haben die niedrigste Fluktuationsrate — Familien mit Kindern wohnen 5–15 Jahre in einer Wohnung wenn der Vermieter kooperativ ist. Mieten pro m² sind am niedrigsten, aber dafür niedrigste Leerstandszeiten und geringste Verwaltungsintensität. Für Investoren die langfristige Stabilität über maximale Rendite stellen: 3-Zimmer-Wohnungen in bürgerlichen Stadtteilen. Nachteil: Höhere Kaufpreise pro Einheit da größer. Mehr zur Strategie: Welche Immobilie kaufen?
Rendite-Vergleich nach Wohnungsgröße: Konkrete Zahlen
Vergleich auf Basis eines Berliner Bezirks (Tempelhof, 2025): 30-m²-Apartment: Kaufpreis 180.000 Euro, Miete 750 Euro → Kaufpreisfaktor 20, Bruttorendite 5,0 %. 55-m²-Wohnung: Kaufpreis 280.000 Euro, Miete 1.100 Euro → Kaufpreisfaktor 21,2, Bruttorendite 4,7 %. 80-m²-Wohnung: Kaufpreis 380.000 Euro, Miete 1.450 Euro → Kaufpreisfaktor 21,8, Bruttorendite 4,6 %. Auf dem Papier macht das 30-m²-Apartment besser aus — aber nach Berücksichtigung von Fluktuation (30-m²: 2 Monate Leerstand alle 18 Monate) liegt die effektive Rendite bei allen drei Größen nahezu gleich auf. Der Unterschied liegt im Verwaltungsaufwand: Das kleine Apartment ist dreimal so aufwändig zu verwalten. Für ruhiges Passiveinkommen: 55–65 m² ist der Sweetspot. Für maximale Rendite pro m²: 30 m² — wenn du den Aufwand akzeptierst.
Immobilien vs. andere Kapitalanlagen
| Anlageform | Rendite Ø p.a. | Risiko | Liquidität |
|---|---|---|---|
| Immobilien (vermietet) | 3–6 % netto | mittel | sehr gering |
| ETF-Depot (MSCI World) | 6–9 % historisch | mittel-hoch | sehr hoch |
| Tagesgeld 2026 | ca. 2,5 % | sehr gering | sofort |
| Festgeld (2 Jahre) | ca. 2,8–3,2 % | sehr gering | gering |
| REITs (Immobilien-ETF) | 4–7 % | mittel | hoch |
Die Renditelandschaft in Deutschland hat sich seit 2020 stark verändert. Während Metropolen wie München und Hamburg weiterhin Nettomietrenditen von unter 3 % bieten, erfahren B-Städte wie Leipzig, Nürnberg und Dresden eine Renaissance unter Kapitalanlegern. Der Rückgang der Kaufpreise 2022/23 hat die Einstiegsbedingungen verbessert — wer in dieser Phase gekauft hat, profitiert heute von besseren KPFs. Für 2026 gilt: Rendite-Fokus auf B-Städte mit Bevölkerungswachstum, nicht auf teure Metropolen mit negativem Cashflow.





