Wohnung vermieten und Steuern: Vollständiger Überblick 2026

Als Vermieter zahlst du Steuern auf Mieteinnahmen — aber du kannst erhebliche Ausgaben dagegen stellen. Wer das System versteht, zahlt deutlich weniger Steuern als wer nur die Einnahmen erklärt.

Was muss versteuert werden?

Auf einen Blick: Aktuelle Zahlen 2026
  • AfA Normgebäude (ab 1925): 2,0 % p.a. über 50 Jahre (Stand: April 2026)
  • AfA Denkmal: 9 % (8 Jahre) + 7 % (4 Jahre) (Stand: April 2026)
  • Spekulationssteuer: entfällt nach 10 Jahren Haltedauer (Stand: April 2026)
  • Grunderwerbsteuer: 3,5 % (BY) bis 6,5 % (NRW, BRB) (Stand: April 2026)
  • Werbungskosten pauschal: 1.000 €/Jahr ohne Einzelnachweis (Stand: April 2026)
Wohnung vermieten und Steuern: Die wichtigsten Regeln für Vermieter

Steuerpflichtige Einnahmen aus Vermietung:

  • Kaltmiete
  • Umlagen/Nebenkosten (soweit nicht weiterbelastet)
  • Schönheitsreparaturen die Mieter in Geld ausgleichen
  • Abstandszahlungen des Mieters

Nicht steuerpflichtig: Umgelegte Betriebskosten die der Mieter trägt, Kautionszahlungen (solange sie nicht verbraucht werden).

Was kann man abziehen? (Werbungskosten)

Wohnung vermieten und Steuern: Die wichtigsten Regeln für Vermieter
Praxis-Tipp

Die 15-%-Regel beachten: Investieren Sie in den ersten 3 Jahren nach Kauf nicht mehr als 15 % des Gebäude-Kaufpreises in Renovierungen, sonst werden die Kosten zu anschaffungsnahen Herstellungskosten — und Sie verlieren den sofortigen Steuerabzug. Bei Zweifel: Steuerberater fragen.

  • Schuldzinsen auf Finanzierungsdarlehen (vollständig)
  • AfA: 2 % des Gebäudewerts pro Jahr
  • Hausverwaltungskosten
  • Reparaturen und Instandhaltung (sofort absetzbar)
  • Grundsteuer (soweit nicht umgelegt)
  • Versicherungen (Gebäudeversicherung, Haftpflicht)
  • Fahrtkosten zur Immobilie
  • Steuerberatungskosten

Wie wird die Steuer berechnet?

Wohnung vermieten und Steuern: Die wichtigsten Regeln für Vermieter

Mieteinnahmen − Werbungskosten = Einkünfte aus V&V. Diese werden zu deinem übrigen Einkommen addiert und mit deinem persönlichen Steuersatz versteuert. Beispiel: Kaltmiete 12.000 Euro/Jahr. Werbungskosten 7.500 Euro (Zinsen 4.000 + AfA 2.500 + sonstiges 1.000). Zu versteuernde Einkünfte: 4.500 Euro. Bei 35 % Steuersatz: 1.575 Euro Steuer. Für Steuerdetails: Alle Abzüge für Vermieter.

Wohnung vermieten: Steueroptimierungs-Strategien

Wohnung vermieten und Steuern: Die wichtigsten Regeln für Vermieter

Diese Strategien können die Steuerlast bei der Vermietung legal reduzieren. Strategie 1 — Mehr Fremdkapital nutzen: Zinsen auf Immobiliendarlehen sind vollständig als Werbungskosten absetzbar. Bei hohem Eigenkapitaleinsatz: Teils mit Darlehen finanzieren und Eigenkapital in anderen Anlagen halten — so maximiert man den Zinsabzug. Strategie 2 — Sanierungen timen: Größere Reparaturen (Neue Heizung, Dach) möglichst in Jahren mit hohem Einkommen durchführen → Größerer Steuerabzug. Strategie 3 — Sondertilgung vs. Werbungskosten: Sondertilgung reduziert Schulden aber auch Zinsabzug. Im Hochsteuersatz-Bereich kann es sinnvoller sein, keine Sondertilgungen zu leisten und das Geld anderweitig anzulegen. Strategie 4 — Denkmalschutz für hohe Steuersätze: Bei 42 % Spitzensteuersatz: Denkmal-AfA kann 80.000+ Euro Steuerersparnis über 12 Jahre bringen. Für Tilgungsrechner: Tilgungsrechner.

Steuerfalle Vermietung: Was wirklich häufig schiefläuft

Die häufigsten Steuerfehler bei Vermietern die Nachzahlungen oder Strafzahlungen auslösen: Fehler 1: Instandhaltungsrücklage als Werbungskosten. Die Rücklage selbst ist NICHT absetzbar — nur wenn sie tatsächlich für Reparaturen ausgegeben wird. Fehler 2: Kaufnebenkosten falsch aktiviert. Notarkosten und Grunderwerbsteuer sind Teil der AfA-Basis — nicht sofort als Werbungskosten. Fehler 3: Anlage V nicht abgegeben. Auch wenn die Einkünfte gering sind: Steuerpflicht besteht. Bei Prüfung drohen Steuernachzahlungen für mehrere Jahre plus Zinsen. Fehler 4: Mischnutzung nicht aufgeteilt. Wer eine Wohnung teils selbst nutzt teils vermietet: Nur der vermiete Anteil berechtigt zum Werbungskostenabzug. Empfehlung: Steuerberater für die ersten 2–3 Steuererklärungen als Vermieter beauftragen. Danach kann man vieles selbst erledigen. Für Steuerdetails: Alle Abzüge.

Weitere Steuer-Themen: AfA-Abschreibung | Anlage V Tipps

Steuerliche Optimierung: Chancen und Risiken

Wohnung vermieten und Steuern: Die wichtigsten Regeln für Vermieter
VorteileNachteile
✓ AfA senkt Steuerlast jährlich✗ Steuerstundung, keine Steuerfreiheit
✓ Werbungskosten sofort absetzbar✗ Anschaffungsnahe Kosten müssen aktiviert werden
✓ Verluste aus V+V verrechenbar✗ Bei Verkauf: mögliche Steuerfreiheit erst nach 10 J.
✓ Denkmal-AfA bis 12 % p.a.✗ Denkmalschutzauflagen erhöhen Kosten
✓ GbR/GmbH für Steuerstrategie✗ GmbH: höherer Verwaltungsaufwand

AfA-Vergleich: Welche Immobilie bringt mehr Steuerersparnis?

ImmobilientypAfA-SatzLaufzeitSteuervorteil bei 100.000 € Gebäudewert
Normgebäude (Bj. ab 1925)2,0 %/Jahr50 Jahre2.000 €/Jahr × Steuersatz
Älteres Gebäude (Bj. vor 1925)2,5 %/Jahr40 Jahre2.500 €/Jahr × Steuersatz
Denkmal (§ 7i EStG)9 % (8J) + 7 % (4J)12 Jahrebis 9.000 €/Jahr × Steuersatz
Neubau ab 2023 (§ 7b EStG)5 %/Jahr20 Jahre5.000 €/Jahr × Steuersatz

Das Steuerrecht für Vermieter hat sich 2023/24 an mehreren Stellen geändert: Der neue AfA-Satz von 5 % für Neubauimmobilien (§ 7b EStG) macht Neubauten steuerlich wieder attraktiver. Gleichzeitig verschiebt die ökologische Lenkung (GEG 2024, Heizungsgesetz) Sanierungskosten nach vorne — die mit entsprechenden KfW-Förderungen aber gut abgefedert werden können. Grundsätzlich gilt: Steuerliche Optimierung ja, aber niemals eine schlechte Immobilie aus Steuergründen kaufen.