Der Nießbrauch ist ein rechtliches Instrument, das bei der Immobilienweitergabe in der Familie häufig genutzt wird. Es ermöglicht, eine Immobilie zu übertragen — zum Beispiel auf Kinder — während der Schenkende das lebenslange Recht behält, die Immobilie zu nutzen oder Mieteinnahmen zu kassieren.
Was ist Nießbrauch?
- Durchschnittliche Nettomietrendite DE: 3,2 % (2026) (Stand: April 2026)
- Gute Rendite ab: 4,0 % netto (Stand: April 2026)
- Kaufpreisfaktor Deutschland-Ø: 23,4x (Stand: April 2026)
- Leerstandsquote bundesweit: 2,8 % (Stand: April 2026)
- Inflationsschutz: Immobilien langfristig +1,5 % real p.a. (Stand: April 2026)

Nießbrauch (§ 1030 BGB) ist das Recht, eine fremde Sache zu nutzen und die Früchte daraus zu ziehen — ohne Eigentümer zu sein. In der Praxis bedeutet das: Die Eltern verschenken ihr Haus an die Kinder, behalten aber das Recht, lebenslang darin zu wohnen oder die Mieteinnahmen zu erhalten. Das Haus steht im Eigentum der Kinder — der Nießbrauch ist im Grundbuch eingetragen.
Zwei Varianten des Nießbrauchs
Rechnen Sie immer mit der Nettorendite, nicht mit der Bruttomietrendite. Die tatsächlichen Kosten (Verwaltung ca. 5 %, Instandhaltung 1 €/m²/Monat, Leerstand 3 %) fressen 1–2 Prozentpunkte. Wer nur die Bruttorendite betrachtet, kauft oft schlechter als gedacht.
- Wohnungsnießbrauch: Der Nießbraucher darf die Immobilie selbst bewohnen. Keine Mieteinnahmen für ihn — er zahlt auch keine Miete an die Eigentümer (Kinder).
- Ertragsnießbrauch: Der Nießbraucher vermietet die Immobilie und erhält die gesamten Mieteinnahmen. Er versteuert diese Einnahmen. Das Eigentum liegt bei den Kindern — aber sie bekommen (noch) keine Mieteinnahmen.
Steuerliche Vorteile

Der Nießbrauch hat einen entscheidenden steuerlichen Vorteil bei der Schenkung: Der Nießbrauchswert wird vom Verkehrswert der Immobilie abgezogen. Der Beschenkte versteuert also nur den um den Nießbrauch geminderten Wert.
Beispiel: Haus mit Verkehrswert 600.000 €. Nießbrauchswert (lebenslang, Elternteil 65 Jahre): ca. 150.000 €. Steuerlicher Wert der Schenkung: 450.000 €. Freibetrag Kind: 400.000 €. Zu versteuern: 50.000 € (statt 200.000 € ohne Nießbrauch).
Erbschaftsteuer-Optik
Wenn der Nießbraucher stirbt, erlischt der Nießbrauch automatisch. Das volle Eigentum fällt an den Eigentümer (Kind). Da die Schenkung bereits versteuert wurde, entsteht keine weitere Erbschaftsteuer auf den Nießbrauch-Anteil. Wichtig: Den Zeitpunkt der Schenkung gut planen — die 10-Jahres-Frist für Freibeträge läuft.
Was Nießbrauch nicht ist
- Kein dauerhafter Schutz vor Gläubigern der Kinder (im Insolvenzfall kann der Nießbrauch gefährdet sein)
- Keine Garantie für Instandhaltung — wer zahlt für Reparaturen muss geregelt sein
- Kein einfacher Weg zurück — Nießbrauch aufheben erfordert Zustimmung beider Parteien
Checkliste Nießbrauch-Schenkung
- Notar einschalten — Nießbrauch muss notariell beurkundet werden
- Grundbucheintrag veranlassen
- Regelung für Instandhaltungskosten schriftlich festhalten
- Steuerberater prüfen lassen (Schenkungsteuer, Einkommensteuer)
- Timing planen: 10-Jahres-Frist für Freibeträge starten lassen
Mehr zur Erbschaftsteuer-Planung unter Erbschaftsteuer Freibeträge. Rechner und Guides auf kapitalanlagerechner24.de.
Immobilien vs. andere Kapitalanlagen
| Anlageform | Rendite Ø p.a. | Risiko | Liquidität |
|---|---|---|---|
| Immobilien (vermietet) | 3–6 % netto | mittel | sehr gering |
| ETF-Depot (MSCI World) | 6–9 % historisch | mittel-hoch | sehr hoch |
| Tagesgeld 2026 | ca. 2,5 % | sehr gering | sofort |
| Festgeld (2 Jahre) | ca. 2,8–3,2 % | sehr gering | gering |
| REITs (Immobilien-ETF) | 4–7 % | mittel | hoch |
Die Renditelandschaft in Deutschland hat sich seit 2020 stark verändert. Während Metropolen wie München und Hamburg weiterhin Nettomietrenditen von unter 3 % bieten, erfahren B-Städte wie Leipzig, Nürnberg und Dresden eine Renaissance unter Kapitalanlegern. Der Rückgang der Kaufpreise 2022/23 hat die Einstiegsbedingungen verbessert — wer in dieser Phase gekauft hat, profitiert heute von besseren KPFs. Für 2026 gilt: Rendite-Fokus auf B-Städte mit Bevölkerungswachstum, nicht auf teure Metropolen mit negativem Cashflow.



