Als Vermieter erzielst du Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung (§ 21 EStG). Diese sind steuerpflichtig – aber nicht in voller Höhe. Der Trick liegt in den Werbungskosten, die du gegen deine Mieteinnahmen rechnen kannst. Dieser Ratgeber erklärt, wie das funktioniert.

Die häufigsten Irrtümer im Mietrecht — von der Kaution bis zur Kündigung — listet Immobilien Erfahrung mit Handlungsempfehlungen auf.

Was muss ich versteuern?

Auf einen Blick: Aktuelle Zahlen 2026
  • AfA Normgebäude (ab 1925): 2,0 % p.a. über 50 Jahre (Stand: April 2026)
  • AfA Denkmal: 9 % (8 Jahre) + 7 % (4 Jahre) (Stand: April 2026)
  • Spekulationssteuer: entfällt nach 10 Jahren Haltedauer (Stand: April 2026)
  • Grunderwerbsteuer: 3,5 % (BY) bis 6,5 % (NRW, BRB) (Stand: April 2026)
  • Werbungskosten pauschal: 1.000 €/Jahr ohne Einzelnachweis (Stand: April 2026)
Mieteinnahmen versteuern: Was Vermieter wissen müssen

Du versteuert nicht die Mieteinnahmen, sondern den Überschuss der Einnahmen über die Werbungskosten:

Steuerpflichtiger Überschuss = Mieteinnahmen − Werbungskosten

Im ersten Jahr nach dem Kauf (hohe Zinsen, hohe Nebenkosten) ist dieser Überschuss oft negativ – du machst einen steuerlichen Verlust, der dein Gesamteinkommen mindert.

Was kannst du als Werbungskosten absetzen?

Mieteinnahmen versteuern: Was Vermieter wissen müssen
Praxis-Tipp

Die 15-%-Regel beachten: Investieren Sie in den ersten 3 Jahren nach Kauf nicht mehr als 15 % des Gebäude-Kaufpreises in Renovierungen, sonst werden die Kosten zu anschaffungsnahen Herstellungskosten — und Sie verlieren den sofortigen Steuerabzug. Bei Zweifel: Steuerberater fragen.

Werbungskosten-PositionAbsetzbar?
Schuldzinsen (Darlehenszinsen)Ja, 100 %
TilgungNein (Vermögensaufbau)
AfA (Gebäudeabschreibung)Ja, 2–3 % p.a.
GrundsteuerJa
GebäudeversicherungJa
Verwaltungskosten / Hausgeld (nicht umlegbarer Anteil)Ja
Reparaturen und InstandhaltungJa (sofort oder verteilt)
Maklercourtage für MietersucheJa
Fahrtkosten zur Immobilie (0,30 €/km)Ja
SteuerberaterkostenJa
LeerstandskostenJa
Kaufnebenkosten (GrESt, Notar)Nein (Teil der Anschaffungskosten)

Praxisbeispiel: Steuerberechnung Vermieter

Mieteinnahmen versteuern: Was Vermieter wissen müssen
PositionBetrag/Jahr
Jahreskaltmiete12.000 €
− Schuldzinsen−6.800 €
− AfA (2 % auf 180.000 € Gebäudeanteil)−3.600 €
− Grundsteuer−600 €
− Versicherungen−350 €
− Verwaltung / Instandhaltung−1.200 €
Steuerpflichtiger Überschuss−550 € (Verlust!)
Steuerersparnis (Grenzsteuersatz 42 %)ca. +231 €/Jahr

In diesem Beispiel reduziert die Immobilie dein zu versteuerndes Einkommen um 550 € – obwohl du monatlichen Cashflow hast. Das Finanzamt trägt also effektiv mit.

Erfahrungen aus der Praxis: Häufige Fehler

Mieteinnahmen versteuern: Was Vermieter wissen müssen
  • Grundstücksanteil nicht getrennt: Wer den Grundstücksanteil nicht sauber vom Gebäude trennt, schreibt zu viel oder zu wenig ab. Das Finanzamt hat eine Arbeitshilfe – nutze sie.
  • Erhaltungsaufwand vs. Herstellungskosten: Reparaturen sind sofort absetzbar; Modernisierungen (die den Standard erhöhen) müssen aktiviert und über AfA abgeschrieben werden. Die Grenze ist entscheidend.
  • Nebenkosten vergessen: Viele vergessen Fahrtkosten, Fachliteratur, Kontoführungsgebühren – alles absetzbar.

Anlage V: So gibst du Mieteinnahmen an

Mieteinnahmen werden in der Einkommensteuererklärung in der Anlage V angegeben. Pro Objekt eine eigene Anlage V. Die wichtigsten Zeilen:

  • Zeile 9: Einnahmen aus Vermietung (Kaltmiete)
  • Zeile 10: Umlagen (Nebenkosten, die du weiterreichst)
  • Zeile 21: Schuldzinsen
  • Zeile 33: AfA-Betrag
  • Zeile 39–50: Sonstige Werbungskosten

Fazit

Mieteinnahmen versteuern: Was Vermieter wissen müssen

Als Vermieter zahlst du nicht auf die gesamten Mieteinnahmen Steuern, sondern nur auf den Überschuss nach Werbungskosten. Mit konsequenter Nutzung aller Absetzungsmöglichkeiten – besonders AfA und Zinsen – kann die Steuerlast im Anfangsstadium sogar negativ sein (steuerlicher Verlust = Erstattung). Ein Steuerberater rechnet sich bei Immobilienbesitz fast immer.

Weiterlesen: AfA Abschreibung erklärt | Spekulationsfrist | Nettorendite Rechner

Weitere Steuer-Themen: Alle Steuer-Abzüge | Anlage V Tipps

Steuerliche Optimierung: Chancen und Risiken

VorteileNachteile
✓ AfA senkt Steuerlast jährlich✗ Steuerstundung, keine Steuerfreiheit
✓ Werbungskosten sofort absetzbar✗ Anschaffungsnahe Kosten müssen aktiviert werden
✓ Verluste aus V+V verrechenbar✗ Bei Verkauf: mögliche Steuerfreiheit erst nach 10 J.
✓ Denkmal-AfA bis 12 % p.a.✗ Denkmalschutzauflagen erhöhen Kosten
✓ GbR/GmbH für Steuerstrategie✗ GmbH: höherer Verwaltungsaufwand

AfA-Vergleich: Welche Immobilie bringt mehr Steuerersparnis?

ImmobilientypAfA-SatzLaufzeitSteuervorteil bei 100.000 € Gebäudewert
Normgebäude (Bj. ab 1925)2,0 %/Jahr50 Jahre2.000 €/Jahr × Steuersatz
Älteres Gebäude (Bj. vor 1925)2,5 %/Jahr40 Jahre2.500 €/Jahr × Steuersatz
Denkmal (§ 7i EStG)9 % (8J) + 7 % (4J)12 Jahrebis 9.000 €/Jahr × Steuersatz
Neubau ab 2023 (§ 7b EStG)5 %/Jahr20 Jahre5.000 €/Jahr × Steuersatz

Das Steuerrecht für Vermieter hat sich 2023/24 an mehreren Stellen geändert: Der neue AfA-Satz von 5 % für Neubauimmobilien (§ 7b EStG) macht Neubauten steuerlich wieder attraktiver. Gleichzeitig verschiebt die ökologische Lenkung (GEG 2024, Heizungsgesetz) Sanierungskosten nach vorne — die mit entsprechenden KfW-Förderungen aber gut abgefedert werden können. Grundsätzlich gilt: Steuerliche Optimierung ja, aber niemals eine schlechte Immobilie aus Steuergründen kaufen.