Due Diligence – sorgfältige Prüfung – ist das Rückgrat jedes professionellen Immobilienkaufs. Was Profis selbstverständlich machen, vergessen viele Privatanleger. Das kann teuer werden. Diese Checkliste schützt dich.

Was bedeutet Due Diligence bei Immobilien?

Auf einen Blick: Aktuelle Zahlen 2026
  • Notarkosten + Grundbuch: ca. 1,5–2,0 % des Kaufpreises (Stand: April 2026)
  • Grunderwerbsteuer: 3,5–6,5 % (je nach Bundesland) (Stand: April 2026)
  • Maklerprovision (geteilt seit 2020): je 1,5–3,57 % (Stand: April 2026)
  • Dauer Grundbuchübertragung: ca. 6–12 Wochen nach Notar (Stand: April 2026)
  • Auflassungsvormerkung: schützt ab Tag des Notartermins (Stand: April 2026)
Immobilien Due Diligence: Die ultimative Checkliste vor dem Kauf

Due Diligence ist die systematische Prüfung eines Objekts vor dem Kauf in drei Dimensionen:

  1. Technische Due Diligence: Bauzustand, Mängel, Sanierungsbedarf
  2. Rechtliche Due Diligence: Grundbuch, Lasten, Mietrecht, Baurecht
  3. Wirtschaftliche Due Diligence: Mieteinnahmen, Kosten, Rendite

Technische Due Diligence: Checkliste

Immobilien Due Diligence: Die ultimative Checkliste vor dem Kauf
Praxis-Tipp

Lassen Sie die Immobilie vor dem Kauf von einem unabhängigen Sachverständigen prüfen (ca. 500–1.000 €). Das ist bei gebrauchten Objekten Pflicht. Typische Baumängel die Gutachter finden: Feuchtigkeit im Keller, Schimmel hinter Verkleidungen, Risse im Fundament. Ein Gutachten kann den Kaufpreis um 10.000–50.000 € senken.

  • Baujahr und Sanierungshistorie: Wann wurde zuletzt Dach, Fassade, Heizung erneuert?
  • Energieausweis: Welche Energieeffizienzklasse? (G und F: Sanierungspflicht-Risiko)
  • Heizungsanlage: Alter, Typ (Gas-/Öl-/Wärmepumpe), nächste Wartung fällig?
  • Elektroinstallation: Altverdrahtung (Aluminium)? Ausreichende Absicherung?
  • Wasserleitungen: Bleirohre? Letzte Leitungsprüfung?
  • Feuchtigkeitsschäden: Keller, Außenwände, Bad prüfen (lassen)
  • Asbest/Schadstoffe: Bei Baujahr vor 1993 relevant
  • Schimmel: Besonders in Bädern, hinter Möbeln, Kellerräumen

Rechtliche Due Diligence: Checkliste

Immobilien Due Diligence: Die ultimative Checkliste vor dem Kauf
  • Grundbuchauszug (aktuell, nicht älter als 4 Wochen): Lasten, Beschränkungen, Hypotheken?
  • Baulastenverzeichnis: Wegerechte, Baubeschränkungen?
  • Mietvertrag(e): Mietdauer, Miethöhe, Kündigungsfristen, Sonderrechte (Untervermietung?)
  • WEG-Protokolle (letzte 3 Jahre): Beschlüsse, geplante Sanierungen, Sonderfälligkeiten
  • Hausgeldabrechnung (letzte 2 Jahre): Entwicklung der Nebenkosten?
  • Instandhaltungsrücklage: Wie hoch ist sie? Reicht sie für geplante Maßnahmen?
  • Baugenehmigungen: Sind alle Umbauten (Dachausbau, Anbau) genehmigt?

Wirtschaftliche Due Diligence: Checkliste

Immobilien Due Diligence: Die ultimative Checkliste vor dem Kauf
  • Aktuelle Mieteinnahmen dokumentiert und nachgewiesen?
  • Mietpreis-Marktvergleich durchgeführt? (ImmobilienScout, Mietspiegel)
  • Mietrückstand des aktuellen Mieters geprüft?
  • Kautionshöhe und wo verwahrt?
  • Bruttorendite, Nettorendite, Cashflow berechnet?
  • Kaufnebenkosten vollständig einkalkuliert (GrESt, Notar, Makler)?
  • Instandhaltungsrücklage für eigene Planung (1–2 €/m²/Monat)?
  • Finanzierungsangebote eingeholt und Konditionen festgestellt?

Wann brauche ich einen Gutachter?

Einen unabhängigen Sachverständigen (§ 194 BauGB) empfehlen wir bei:

  • Altbauten vor 1970
  • Sichtbaren Schäden oder auffälligem Geruch
  • Objekten über 500.000 € Kaufpreis
  • Sanierungsbedürftigen Objekten

Kosten: 500–2.000 € für ein Wertgutachten. Das ist immer gut investiertes Geld.

Fazit

Immobilien Due Diligence: Die ultimative Checkliste vor dem Kauf

Eine gründliche Due Diligence kostet Zeit und ggf. Geld für einen Sachverständigen – kann aber zehntausende Euro Schaden verhindern. Nutze diese Checkliste für jedes Objekt, das du ernsthaft in Betracht ziehst.

Weiterlesen: Erste Immobilie kaufen | Kaufnebenkosten | Kaufpreisfaktor

Kaufnebenkosten nach Bundesland

BundeslandGrunderwerbsteuerGesamte Nebenkosten Ø
Bayern3,5 %ca. 7–9 %
Sachsen3,5 %ca. 7–9 %
Hamburg4,5 %ca. 8–10 %
Hessen6,0 %ca. 10–12 %
NRW / Brandenburg6,5 %ca. 10–13 %

Der Markt hat sich seit 2022 zugunsten der Käufer verschoben. Preisverhandlungen von 5–15 % sind in vielen Regionen wieder möglich — besonders bei sanierungsbedürftigen Objekten oder länger am Markt stehenden Angeboten. 2026 sind die Chancen für Kapitalanleger besser als seit Jahren: niedrigere Preise als 2021/22, leicht gesunkene Zinsen, und ein strukturelles Wohnungsdefizit das die Mietpreise stützt. Wer jetzt qualitätsbewusst kauft, investiert in ein window of opportunity.