Energetische Sanierung für Vermieter: Überblick 2026

Auf einen Blick: Aktuelle Zahlen 2026
  • AfA Normgebäude (ab 1925): 2,0 % p.a. über 50 Jahre (Stand: April 2026)
  • AfA Denkmal: 9 % (8 Jahre) + 7 % (4 Jahre) (Stand: April 2026)
  • Spekulationssteuer: entfällt nach 10 Jahren Haltedauer (Stand: April 2026)
  • Grunderwerbsteuer: 3,5 % (BY) bis 6,5 % (NRW, BRB) (Stand: April 2026)
  • Werbungskosten pauschal: 1.000 €/Jahr ohne Einzelnachweis (Stand: April 2026)
Energetische Sanierung: Steuer und Förderung 2026 für Vermieter

Vermieter die energetisch sanieren profitieren doppelt: Erstens steigende Mieteinnahmen durch bessere Energieklasse. Zweitens staatliche Förderung und steuerliche Abzugsmöglichkeiten. Ab 2033 müssen EU-weit Immobilien mindestens Energieklasse E erreichen — wer jetzt saniert, vermeidet Pflicht-Sanierungskosten später.

KfW-Förderung für Vermieter 2026

Energetische Sanierung: Steuer und Förderung 2026 für Vermieter
Praxis-Tipp

Die 15-%-Regel beachten: Investieren Sie in den ersten 3 Jahren nach Kauf nicht mehr als 15 % des Gebäude-Kaufpreises in Renovierungen, sonst werden die Kosten zu anschaffungsnahen Herstellungskosten — und Sie verlieren den sofortigen Steuerabzug. Bei Zweifel: Steuerberater fragen.

  • BEG Einzelmaßnahmen (KfW 358/359): Bis 15 % Tilgungszuschuss auf Kredit für Wärmedämmung, Fenster, Heizung
  • BEG Komplettsanierung (KfW 261): Bis 45 % Zuschuss für Effizienzhaus-Sanierung
  • Heizungsförderung: Bis 70 % Förderung für Wärmepumpe (Grundförderung + Klimabonus + Einkommensbonus)

BAFA-Förderung

Energetische Sanierung: Steuer und Förderung 2026 für Vermieter

Bundesförderung Effizienter Gebäude (BEG): Zuschüsse für Einzelmaßnahmen bis 15 % der förderfähigen Kosten. Kombination mit KfW möglich (nicht doppelt für identische Maßnahme).

Steuerliche Abzüge Sanierungskosten

Energetische Sanierung: Steuer und Förderung 2026 für Vermieter

Erhaltungsaufwand (sofort absetzbar): Reparaturen die keine wesentliche Verbesserung darstellen. Herstellungsaufwand (über Nutzungsdauer abzuschreiben): Wesentliche Verbesserungen. Für steuerliche Abzüge: Steuer-Abzüge.

Energetische Sanierung: Kosten-Nutzen-Analyse und Praxistipps

Typische Sanierungskosten und Förderung 2026: Wärmedämmung Außenwand: 80–150 Euro/m² — KfW-Förderung bis 15 %. Neue Fenster (3-Scheiben): 500–1.200 Euro/Stück — KfW-Förderung bis 15 %. Wärmepumpe (statt Gas): 15.000–25.000 Euro — Förderung bis 70 % (Grundförderung 30 % + Klimabonus 20 % + Einkommensbonus 20 %). Photovoltaik: 1.000–2.000 Euro/kWp — keine BAFA aber Eigenverbrauch spart Stromkosten für Gemeinschaftsflächen. Kosten-Nutzen-Rechnung Wärmepumpe: Anlagekosten 20.000 Euro minus 14.000 Euro Förderung (70 %) = 6.000 Euro Eigenanteil. Heizkosteneinsparung: 1.500–2.500 Euro/Jahr. Amortisation: 3–4 Jahre. Danach: Reine Einsparung. Wichtig: Förderung muss VOR Auftragsvergabe beantragt werden — Reihenfolge BAFA/KfW-Antrag → Auftragsvergabe → Durchführung → Auszahlung. Nachträgliche Anträge werden nicht anerkannt. Für Förderübersicht: KfW und BAFA Förderung.

Energetische Sanierung: Checkliste für Vermieter 2026

Energetische Sanierung: Steuer und Förderung 2026 für Vermieter

Checkliste energetische Sanierung für Vermieter: Schritt 1 — Energieausweis aktuell? Falls Verbrauchsausweis: Bedarfsausweis beim Energieberater erstellen lassen (300–500 Euro) — zeigt Sanierungspotenzial exakt. Schritt 2 — Sanierungsfahrplan erstellen: iSFP (individueller Sanierungsfahrplan) beim Energieberater — kostet 250–800 Euro, erhöht aber KfW-Förderung um 5 %. Schritt 3 — Förderantrag VOR Auftragsvergabe: BAFA oder KfW — beide Portale online. Ohne Antrag vorher: keine Förderung. Schritt 4 — Fachbetrieb mit Energieeffizienz-Erfahrung beauftragen: KfW verlangt zertifizierte Handwerksbetriebe. Schritt 5 — Mieterhöhung nach Modernisierung: 8 % der Modernisierungskosten dürfen jährlich auf Miete umgelegt werden (§ 559 BGB). Wärmedämmung 20.000 Euro: +1.600 Euro/Jahr = +133 Euro/Monat Mieterhöhung erlaubt. Schritt 6 — Steuerliche Geltendmachung: Eigenanteil nach Förderung als Werbungskosten oder Herstellungsaufwand. Für KfW-Förderung: KfW und BAFA Förderung.

Weitere Steuer-Themen: AfA-Abschreibung | Anlage V Tipps

Steuerliche Optimierung: Chancen und Risiken

VorteileNachteile
✓ AfA senkt Steuerlast jährlich✗ Steuerstundung, keine Steuerfreiheit
✓ Werbungskosten sofort absetzbar✗ Anschaffungsnahe Kosten müssen aktiviert werden
✓ Verluste aus V+V verrechenbar✗ Bei Verkauf: mögliche Steuerfreiheit erst nach 10 J.
✓ Denkmal-AfA bis 12 % p.a.✗ Denkmalschutzauflagen erhöhen Kosten
✓ GbR/GmbH für Steuerstrategie✗ GmbH: höherer Verwaltungsaufwand

AfA-Vergleich: Welche Immobilie bringt mehr Steuerersparnis?

ImmobilientypAfA-SatzLaufzeitSteuervorteil bei 100.000 € Gebäudewert
Normgebäude (Bj. ab 1925)2,0 %/Jahr50 Jahre2.000 €/Jahr × Steuersatz
Älteres Gebäude (Bj. vor 1925)2,5 %/Jahr40 Jahre2.500 €/Jahr × Steuersatz
Denkmal (§ 7i EStG)9 % (8J) + 7 % (4J)12 Jahrebis 9.000 €/Jahr × Steuersatz
Neubau ab 2023 (§ 7b EStG)5 %/Jahr20 Jahre5.000 €/Jahr × Steuersatz

Das Steuerrecht für Vermieter hat sich 2023/24 an mehreren Stellen geändert: Der neue AfA-Satz von 5 % für Neubauimmobilien (§ 7b EStG) macht Neubauten steuerlich wieder attraktiver. Gleichzeitig verschiebt die ökologische Lenkung (GEG 2024, Heizungsgesetz) Sanierungskosten nach vorne — die mit entsprechenden KfW-Förderungen aber gut abgefedert werden können. Grundsätzlich gilt: Steuerliche Optimierung ja, aber niemals eine schlechte Immobilie aus Steuergründen kaufen.