Wer in den nächsten ein bis fünf Jahren eine Anschlussfinanzierung benötigt, steht vor einer strategischen Entscheidung: Jetzt schon die Zinsen sichern oder auf günstigere Konditionen warten? Das Forward-Darlehen gibt Kreditnehmern die Möglichkeit, heute schon einen Zinssatz für die Zukunft zu vereinbaren – bis zu 60 Monate im Voraus.

Der Preis dieser Planungssicherheit ist ein sogenannter Forward-Aufschlag: Pro Monat Vorlaufzeit verlangen Banken typischerweise 0,01–0,03 Prozentpunkte Aufschlag auf den aktuellen Zins. Bei 24 Monaten Vorlaufzeit sind das also 0,24–0,72 Prozentpunkte Mehrkosten.

Forward-Darlehen vergleichen

Wann lohnt sich ein Forward-Darlehen?

Ein Forward-Darlehen lohnt sich, wenn Sie davon ausgehen, dass die Zinsen bis zu Ihrer Anschlussfinanzierung steigen werden und der erwartete Zinsanstieg den Forward-Aufschlag übersteigt. Als grobe Faustregel gilt: Wenn Experten einen Zinsanstieg von mehr als 0,5 Prozentpunkten erwarten, ist das Forward-Darlehen eine ernsthafte Option.

Sinken die Zinsen hingegen, zahlen Sie den Forward-Aufschlag umsonst – sind aber rechtlich gebunden, das Darlehen zum vereinbarten Zins abzunehmen. Aus diesem Grund eignet sich ein Forward-Darlehen nur, wenn Sie sicher planen können und kein Risiko einer vorzeitigen Rückzahlung besteht.

Forward-Darlehen vs. klassische Anschlussfinanzierung

Bei der klassischen Anschlussfinanzierung warten Sie, bis Ihre aktuelle Zinsbindung ausläuft, und nehmen dann das beste Angebot am Markt an. Das ist flexibler, aber riskanter: Sind die Zinsen gestiegen, zahlen Sie mehr als geplant.

Die klassische Prolongation bei der Hausbank ist oft bequem, aber selten das günstigste Angebot. Vergleichen Sie mindestens 6 Monate vor Ablauf Ihrer Zinsbindung aktiv am Markt – viele Anbieter machen attraktive Angebote für Umschuldungen.

So finden Sie das beste Forward-Darlehen

Vergleichen Sie nicht nur den Zinssatz, sondern auch die Flexibilität: Gibt es Sondertilgungsrechte? Kann die Tilgungsrate angepasst werden? Wie sind die Bedingungen bei vorzeitiger Rückzahlung? Unabhängige Vermittler vergleichen viele Banken gleichzeitig und verhandeln oft bessere Konditionen, als Sie direkt bei einer Bank erhalten würden.

Beginnen Sie mit der Forward-Darlehen-Suche spätestens 18–24 Monate vor Ablauf Ihrer Zinsbindung. So haben Sie ausreichend Zeit für Vergleiche und können in Ruhe entscheiden, ohne unter Zeitdruck zu stehen.

Was ist ein Forward-Darlehen und wann lohnt es sich?

Ein Forward-Darlehen sichert Ihnen schon heute die Zinsen für Ihre künftige Anschlussfinanzierung — bis zu 60 Monate im Voraus. Aktuell (2026) liegen die Bauzinsen bei etwa 3,5–4,0 %. Wer in 2–3 Jahren seine Zinsbindung verlängern muss, kann sich diese Konditionen jetzt festschreiben — gegen einen kleinen Zinsaufschlag (Forward-Aufschlag).

Forward-Aufschlag: Was ist fair?

Der typische Forward-Aufschlag liegt bei 0,01–0,03 Prozentpunkten pro Monat Vorlaufzeit. Bei 24 Monaten Vorlauf also 0,24–0,72 Prozentpunkte auf den Nominalzins. Das lohnt sich, wenn Sie erwarten, dass die Zinsen bis zur Prolongation steigen werden — oder wenn Sie einfach Planungssicherheit benötigen.

Forward-Darlehen vs. Prolongation vs. Umschuldung

Sie haben drei Optionen bei der Anschlussfinanzierung: (1) Prolongation bei Ihrer Hausbank — einfach, aber oft nicht die günstigste Option. (2) Umschuldung zu einem anderen Anbieter — kann 0,5–1,0 % günstiger sein, erfordert Notar und Grundbucheintragung. (3) Forward-Darlehen — sichert Zinsen weit im Voraus, ideal bei drohenden Zinssteigerungen.

So nutzen Sie den Vergleichsrechner optimal

Geben Sie Ihre verbleibende Restschuld am Ende der Zinsbindung ein sowie den gewünschten Vorlauffeitraum. Der Rechner zeigt Ihnen sofort, welche Anbieter Forward-Darlehen zu welchen Konditionen anbieten und wie viel Sie im Vergleich zur Prolongation bei Ihrer Hausbank sparen können.

Anschlussfinanzierung optimal planen

Bevor Sie ein Forward-Darlehen abschließen, sollten Sie Ihre aktuelle Restschuld und die Laufzeit bis zur Prolongation genau kennen. Der Tilgungsplan-Rechner zeigt Ihnen die exakte Restschuld zu jedem Zeitpunkt. Für den Gesamtüberblick über Ihre Immobilien-Rendite nach der Anschlussfinanzierung eignet sich der Nettorendite-Rechner. Wer noch keinen Baufinanzierungsvergleich gemacht hat, sollte zunächst aktuelle Baufinanzierungskonditionen vergleichen.

Forward-Darlehen vs. klassische Anschlussfinanzierung

Beim klassischen Prolongationsangebot Ihrer Bank haben Sie typischerweise 3 Monate vor Ablauf der Zinsbindung Zeit. Das Forward-Darlehen sichert den Zins bis zu 5 Jahre im Voraus — gegen einen Aufpreis (Forward-Aufschlag) von 0,01–0,03 % pro Monat Vorlaufzeit.

VorlaufzeitTypischer Forward-AufschlagEffekt bei 3 % Basis
12 Monate+0,12–0,18 %3,12–3,18 %
24 Monate+0,24–0,36 %3,24–3,36 %
36 Monate+0,36–0,54 %3,36–3,54 %
60 Monate+0,60–0,90 %3,60–3,90 %

Wann lohnt sich das Forward-Darlehen nicht?

Sinken die Zinsen nach Abschluss Ihres Forward-Darlehens, zahlen Sie dennoch den höheren vereinbarten Zins — ohne Sonderkündigungsrecht. Das Forward-Darlehen schützt vor steigenden Zinsen, nimmt Ihnen aber die Chance bei fallenden Zinsen. Wer innerhalb der nächsten 1–2 Jahre verkaufen oder die Immobilie anders verwenden möchte, sollte auf flexible Prolongation setzen statt auf eine langjährige Forward-Bindung.