Seit dem Gebäudeenergiegesetz (GEG 2020) ist der Energieausweis bei Verkauf und Neuvermietung von Immobilien in Deutschland verpflichtend. Wer ihn nicht vorlegt, riskiert Bußgelder bis zu 15.000 €. Was Vermieter und Käufer wissen müssen.

Wann ist der Energieausweis Pflicht?

Auf einen Blick: Aktuelle Zahlen 2026
  • Durchschnittliche Nettomietrendite DE: 3,2 % (2026) (Stand: April 2026)
  • Gute Rendite ab: 4,0 % netto (Stand: April 2026)
  • Kaufpreisfaktor Deutschland-Ø: 23,4x (Stand: April 2026)
  • Leerstandsquote bundesweit: 2,8 % (Stand: April 2026)
  • Inflationsschutz: Immobilien langfristig +1,5 % real p.a. (Stand: April 2026)
Energieausweis Pflicht: Was Vermieter und Käufer wissen müssen
  • Bei Verkauf der Immobilie: Spätestens bei der Besichtigung vorlegen
  • Bei Neuvermietung: Spätestens bei der Besichtigung vorlegen
  • In Immobilienanzeigen: Energieklasse und -kennwert angeben
  • Für Neubauten: Immer Bedarfsausweis erforderlich

Zwei Arten von Energieausweisen

Energieausweis Pflicht: Was Vermieter und Käufer wissen müssen
Praxis-Tipp

Rechnen Sie immer mit der Nettorendite, nicht mit der Bruttomietrendite. Die tatsächlichen Kosten (Verwaltung ca. 5 %, Instandhaltung 1 €/m²/Monat, Leerstand 3 %) fressen 1–2 Prozentpunkte. Wer nur die Bruttorendite betrachtet, kauft oft schlechter als gedacht.

ArtGrundlageKosten (Ø)Wann?
BedarfsausweisBerechnung auf Basis Gebäudesubstanz300–500 €Neubauten, Gebäude <5 Wohneinheiten (Bau vor 1977)
VerbrauchsausweisTatsächlicher Energieverbrauch der letzten 3 Jahre50–150 €Meiste Bestandsgebäude ab 5 WE

Die Energieklassen A+ bis H

Energieausweis Pflicht: Was Vermieter und Käufer wissen müssen

Der Energieausweis weist eine Klasse von A+ bis H aus — ähnlich wie bei Haushaltsgeräten:

  • A+, A: Sehr effizient — moderne Niedrigenergie- und Passivhäuser
  • B, C: Gut — neuere Gebäude nach aktuellem GEG-Standard
  • D, E: Durchschnitt — typischer Bestandsbau der 1990er/2000er
  • F, G: Schlecht — Sanierungsbedarf deutlich
  • H: Sehr schlecht — typisch für unsanierte Altbauten

Warum die Energieklasse für Investoren immer wichtiger wird

Energieausweis Pflicht: Was Vermieter und Käufer wissen müssen

Schlechte Energieklassen (F, G, H) haben drei negative Effekte:

  1. Höhere Nebenkosten für Mieter (schlechtere Vermietbarkeit)
  2. Zukünftige Sanierungspflichten durch EU-Richtlinien
  3. Wertverlust beim Verkauf (Käufer kalkulieren Sanierungskosten ein)

Energieausweis ausstellen lassen

Energieausweise dürfen nur von qualifizierten Ausstellern erstellt werden: Energieberater (BAFA-gelistet), Architekten, Bauingenieure, Handwerksmeister mit Qualifikation. Günstige Verbrauchsausweise gibt es bereits ab 50 € — manchmal online für Standardobjekte.

Mehr zu energetischer Sanierung: Energieeffiziente Immobilien und KfW-Förderung 2026. Alle Tools auf kapitalanlagerechner24.de.

Der Energieausweis wird in den naechsten Jahren noch wichtiger. Mit den EU-Sanierungspflichten und dem wachsenden Bewusstsein für Energiekosten achten Mieter und Kaeufer zunehmend auf die Energieklasse. Vermieter mit Objekten in schlechten Klassen (F, G, H) sollten eine Sanierungsstrategie entwickeln, bevor gesetzliche Pflichten sie dazu zwingen. Wer freiwillig und geplant saniert, hat mehr Spielraum bei Auswahl der Massnahmen und der Finanzierung.

Abschliessend: Wer eine Immobilie kaufen moechte, sollte den Energieausweis ernst nehmen und nicht als buerokratische Formalitaet abtun. Ein schlechter Energiewert bedeutet hohere Nebenkosten für Mieter, mögliche Sanierungspflichten und Bewertungsabschlaege beim kuenftigen Verkauf. Wer bei der Lageauswahl gleichzeitig auf einen guten Energiestandard achtet, investiert nachhaltiger und verkauft spaeter einfacher.

Immobilien vs. andere Kapitalanlagen

Energieausweis Pflicht: Was Vermieter und Käufer wissen müssen
AnlageformRendite Ø p.a.RisikoLiquidität
Immobilien (vermietet)3–6 % nettomittelsehr gering
ETF-Depot (MSCI World)6–9 % historischmittel-hochsehr hoch
Tagesgeld 2026ca. 2,5 %sehr geringsofort
Festgeld (2 Jahre)ca. 2,8–3,2 %sehr geringgering
REITs (Immobilien-ETF)4–7 %mittelhoch

Die Renditelandschaft in Deutschland hat sich seit 2020 stark verändert. Während Metropolen wie München und Hamburg weiterhin Nettomietrenditen von unter 3 % bieten, erfahren B-Städte wie Leipzig, Nürnberg und Dresden eine Renaissance unter Kapitalanlegern. Der Rückgang der Kaufpreise 2022/23 hat die Einstiegsbedingungen verbessert — wer in dieser Phase gekauft hat, profitiert heute von besseren KPFs. Für 2026 gilt: Rendite-Fokus auf B-Städte mit Bevölkerungswachstum, nicht auf teure Metropolen mit negativem Cashflow.