Wer eine Eigentumswohnung besitzt, ist automatisch Mitglied der Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG). Einmal jährlich muss die Eigentümerversammlung stattfinden — und die Beschlüsse dort können teuer werden. Vorbereitung ist alles.
Was wird in der Eigentümerversammlung beschlossen?
- Durchschnittliche Nettomietrendite DE: 3,2 % (2026) (Stand: April 2026)
- Gute Rendite ab: 4,0 % netto (Stand: April 2026)
- Kaufpreisfaktor Deutschland-Ø: 23,4x (Stand: April 2026)
- Leerstandsquote bundesweit: 2,8 % (Stand: April 2026)
- Inflationsschutz: Immobilien langfristig +1,5 % real p.a. (Stand: April 2026)

- Jahresabrechnung und Wirtschaftsplan (dein Hausgeld für das nächste Jahr)
- Modernisierungen und Instandhaltungen (Dach, Fassade, Aufzug, Heizung)
- Sonderumlagen (einmalige Zusatzzahlungen, wenn Rücklage nicht reicht)
- Verwalterbestellung oder -abberufung
- Hausordnung und Gemeinschaftsregeln
- Nutzungsänderungen (z.B. Kurzzeitvermietung-Erlaubnis, Balkonkraftwerke)
Vorbereitung: Das solltest du vorher prüfen
Rechnen Sie immer mit der Nettorendite, nicht mit der Bruttomietrendite. Die tatsächlichen Kosten (Verwaltung ca. 5 %, Instandhaltung 1 €/m²/Monat, Leerstand 3 %) fressen 1–2 Prozentpunkte. Wer nur die Bruttorendite betrachtet, kauft oft schlechter als gedacht.
- Einladung und Tagesordnung: Mindestens 2 Wochen vor Versammlung erhalten. Lies jede Tagesordnung sorgfältig — was könnte dich Geld kosten?
- Jahresabrechnung prüfen: Stimmen die Zahlen? Sind alle Kosten korrekt? Gibt es nicht umlegbare Positionen?
- Wirtschaftsplan für nächstes Jahr: Wie hoch ist dein Hausgeld 2026? Entspricht es deiner Budgetplanung?
- Rücklagenstand prüfen: Ist die Instandhaltungsrücklage angemessen? Bei Altbauten: mind. 1 % des Kaufpreises/Jahr als Reserve.
- Beschlusssammlung einsehen: Welche Beschlüsse wurden zuletzt gefasst? Gibt es laufende Vorgänge?
Abstimmung: Wie funktioniert das?

Beschlüsse werden mit einfacher Mehrheit (nach Miteigentumsanteilen oder Köpfen — steht in Teilungserklärung) gefasst. Ausnahmen: Bauliche Veränderungen teils 2/3-Mehrheit, grundlegende Änderungen der Gemeinschaftsordnung: Einstimmigkeit. Du kannst schriftlich abstimmen oder einen Bevollmächtigten schicken, wenn du nicht erscheinen kannst.
Wenn ein Beschluss dir schadet
Du kannst einen Beschluss anfechten — Frist: 1 Monat nach Versammlung, beim Amtsgericht. Das ist aufwendig und kostet Geld — nur bei echten Rechtsverletzungen sinnvoll. Besser: Vorab Mehrheiten organisieren, Gespräche führen, Koalitionen bilden. Politik in der WEG funktioniert wie in der echten Welt. Mehr zur ETW-Verwaltung: Hausgeld erklärt und Hausverwaltung wechseln.
Tipps für den Versammlungstag
- Pünktlich kommen (fehlende Mehrheit kann Beschlüsse verhindern)
- Wortmeldungen konkret und sachlich halten
- Kompromisse suchen statt stur Nein sagen
- Protokoll nach der Versammlung sofort prüfen und bei Fehlern widersprechen
Was passiert wenn du nicht erscheinst?
Wer der Eigentümerversammlung unentschuldigt fernbleibt, verliert sein Stimmrecht für diese Sitzung. Beschlüsse werden trotzdem gefasst — auch wenn sie deinen Interessen schaden. Besonders bei knappen Abstimmungen (z.B. teure Sanierungsmaßnahmen) kann eine einzelne Stimme den Unterschied machen.
Praktischer Tipp: Schicke eine Vollmacht an einen Miteigentümer dem du vertraust, wenn du wirklich nicht kommen kannst. Die meisten Hausordnungen erlauben das. Nutze unseren Cashflow-Rechner, um Beschlüsse über Instandhaltungsrücklagen sofort auf ihre Auswirkungen für dich zu berechnen.
Immobilien vs. andere Kapitalanlagen
| Anlageform | Rendite Ø p.a. | Risiko | Liquidität |
|---|---|---|---|
| Immobilien (vermietet) | 3–6 % netto | mittel | sehr gering |
| ETF-Depot (MSCI World) | 6–9 % historisch | mittel-hoch | sehr hoch |
| Tagesgeld 2026 | ca. 2,5 % | sehr gering | sofort |
| Festgeld (2 Jahre) | ca. 2,8–3,2 % | sehr gering | gering |
| REITs (Immobilien-ETF) | 4–7 % | mittel | hoch |
Die Renditelandschaft in Deutschland hat sich seit 2020 stark verändert. Während Metropolen wie München und Hamburg weiterhin Nettomietrenditen von unter 3 % bieten, erfahren B-Städte wie Leipzig, Nürnberg und Dresden eine Renaissance unter Kapitalanlegern. Der Rückgang der Kaufpreise 2022/23 hat die Einstiegsbedingungen verbessert — wer in dieser Phase gekauft hat, profitiert heute von besseren KPFs. Für 2026 gilt: Rendite-Fokus auf B-Städte mit Bevölkerungswachstum, nicht auf teure Metropolen mit negativem Cashflow.



