Wer in Immobilien investieren will, hat zwei grundlegende Optionen: direkt eine Wohnung kaufen und vermieten, oder indirekt über börsengehandelte Immobiliengesellschaften (REITs) und Immobilien-ETFs investieren. Beide Ansätze haben echte Vor- und Nachteile.
Was sind REITs?
- Durchschnittliche Nettomietrendite DE: 3,2 % (2026) (Stand: April 2026)
- Gute Rendite ab: 4,0 % netto (Stand: April 2026)
- Kaufpreisfaktor Deutschland-Ø: 23,4x (Stand: April 2026)
- Leerstandsquote bundesweit: 2,8 % (Stand: April 2026)
- Inflationsschutz: Immobilien langfristig +1,5 % real p.a. (Stand: April 2026)

Real Estate Investment Trusts (REITs) sind börsennotierte Immobiliengesellschaften. Sie halten und bewirtschaften Immobilienportfolios und müssen mindestens 90 % ihrer Gewinne als Dividende ausschütten. In Deutschland gibt es G-REITs (German REITs), international gibt es tausende REITs — von US-amerikanischen Wohnungsbau-REITs bis zu europäischen Logistik-REITs.
Direkter Vergleich
Rechnen Sie immer mit der Nettorendite, nicht mit der Bruttomietrendite. Die tatsächlichen Kosten (Verwaltung ca. 5 %, Instandhaltung 1 €/m²/Monat, Leerstand 3 %) fressen 1–2 Prozentpunkte. Wer nur die Bruttorendite betrachtet, kauft oft schlechter als gedacht.
| Merkmal | Eigene Immobilie | REIT / Immobilien-ETF |
|---|---|---|
| Mindestkapital | 50.000–100.000 € Eigenkapital | Ab 25 € (Sparplan) |
| Diversifikation | Klumpenrisiko (1 Objekt) | Hunderte Objekte |
| Rendite (Brutto) | 3–6 % Mietrendite + Wertsteigerung | 3–5 % Dividende + Kurssteigerung |
| Aufwand | Hoch (Verwaltung, Mieter, Reparaturen) | Sehr gering (passiv) |
| Liquidität | Sehr gering (Monate bis Verkauf) | Täglich handelbar |
| Fremdfinanzierung | Möglich (Hebeleffekt) | Kaum direkt möglich |
| Steuerliche AfA | Ja (2–3 % + Denkmal-AfA) | Nein |
| Volatilität | Niedrig (keine täglichen Kurse) | Wie Aktien (schwankend) |
Wann direkte Immobilien besser sind

- Du hast ausreichend Eigenkapital (mind. 20–30 % des Kaufpreises)
- Du willst Steuervorteile nutzen (AfA, Denkmal)
- Du willst Fremdkapital hebeln (Kredit für mehr Rendite)
- Du hast Zeit und Bereitschaft für Verwaltungsaufgaben
- Du suchst planbare, inflationsgeschützte Cashflows
Wann REITs besser sind
- Du hast wenig Kapital (Sparplan ab 25 €/Monat)
- Du willst maximale Flexibilität (jederzeit aus- und einsteigen)
- Du willst breit diversifizieren (Gewerbe, Wohnen, Logistik, USA, Europa)
- Du willst keinen Verwaltungsaufwand
- Du investierst bereits in Immobilien direkt und willst dein Portfolio ergänzen
Kombination: Das Beste aus beiden Welten
Viele erfahrene Anleger kombinieren beide Ansätze: 1–2 direkte Mietwohnungen für Steuervorteile und Hebeleffekt, dazu ein REIT-ETF (z.B. iShares Developed Markets Property Yield ETF oder Xtrackers FTSE EPRA/NAREIT) für globale Diversifikation. So nutzt man die Stärken beider Ansätze.
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Fazit: Kein Entweder-Oder
Die Wahl zwischen REITs und direkten Immobilien haengt stark von deiner persoenlichen Situation ab. Mit wenig Kapital und wenig Zeit sind REITs und Immobilien-ETFs die bessere Wahl - guenstig, diversifiziert und passiv. Wer Eigenkapital hat, Steuern optimieren will und bereit ist, Verantwortung als Vermieter zu uebernehmen, profitiert von der direkten Immobilie. Die Kombination beider Ansaetze ist fuer erfahrene Anleger oft die klugste Loesung: direktes Investment fuer Steuervorteile und Hebeleffekte, REIT-ETFs fuer globale Diversifikation ohne Verwaltungsaufwand. Entscheidend ist, dass du eine Strategie waelst, die du langfristig durchhaeltst - denn Immobilien sind keine kurzfristigen Spekulations-Objekte.
Immobilien vs. andere Kapitalanlagen
| Anlageform | Rendite Ø p.a. | Risiko | Liquidität |
|---|---|---|---|
| Immobilien (vermietet) | 3–6 % netto | mittel | sehr gering |
| ETF-Depot (MSCI World) | 6–9 % historisch | mittel-hoch | sehr hoch |
| Tagesgeld 2026 | ca. 2,5 % | sehr gering | sofort |
| Festgeld (2 Jahre) | ca. 2,8–3,2 % | sehr gering | gering |
| REITs (Immobilien-ETF) | 4–7 % | mittel | hoch |
Die Renditelandschaft in Deutschland hat sich seit 2020 stark verändert. Während Metropolen wie München und Hamburg weiterhin Nettomietrenditen von unter 3 % bieten, erfahren B-Städte wie Leipzig, Nürnberg und Dresden eine Renaissance unter Kapitalanlegern. Der Rückgang der Kaufpreise 2022/23 hat die Einstiegsbedingungen verbessert — wer in dieser Phase gekauft hat, profitiert heute von besseren KPFs. Für 2026 gilt: Rendite-Fokus auf B-Städte mit Bevölkerungswachstum, nicht auf teure Metropolen mit negativem Cashflow.




