Aktienrente vs. Immobilien: Was bringt mehr für die Altersvorsorge?

Direkter Vergleich: 200 Euro monatlich in den ETF-Sparplan oder Eigenkapital für eine Wohnung aufbauen? Endvermögen, monatliche Rente, Liquidität — ausgerechnet.

Portfolio mit Aktien und Immobilienfonds auf Schreibtisch Berlin — Altersvorsorge-Vergleich
Inhalt dieses Artikels
  1. Die Ausgangslage: Gleiche Mittel, unterschiedliche Stra
  2. Szenario A: Aktienrente (ETF-Sparplan mit Förderung)
  3. Szenario B: Eigenkapital für Immobilien aufbauen
  4. Direkter Vergleich: Was bringt mehr?
  5. Das Fazit: Kombinations-Strategie gewinnt

Zwei Investoren starten 2027 mit je 200 € monatlich. Einer zahlt in den neuen ETF-Sparplan (Aktienrente) ein. Der andere spart das Eigenkapital für eine Wohnung. Nach 30 Jahren: Wer hat mehr? Und welche Strategie passt zu dir? Dieser Vergleich rechnet es durch.

Die Ausgangslage: Gleiche Mittel, unterschiedliche Strategie

Für beide Szenarien gelten die gleichen Startbedingungen:

  • Monatlicher Sparbetrag: 200 € ab 2027
  • Laufzeit: 30 Jahre (Renteneintritt 2057)
  • Marktrendite: 7 % p.a. (ETF) bzw. 3 % p.a. reale Wertsteigerung (Immobilien)
  • Steuern: vereinfacht berücksichtigt

Szenario A: Aktienrente (ETF-Sparplan mit Förderung)

200 € monatlich in einen MSCI-World-ETF, mit staatlicher Grundzulage von 200 €/Jahr (17 €/Monat effektiv). Steuerliche Absetzbarkeit nutzen:

KenngrößeWert
Eigenbeiträge gesamt72.000 €
Staatl. Zulagen gesamt6.000 €
Steuerersparnis (30 Jahre × 640 €)19.200 €
Endkapital brutto (7 % p.a.)243.994 €
Netto nach 25 % Abgeltungssteuer~204.954 €
Monatliche Zusatzrente (4 %-Regel)683 €/Monat

Effektiver Eigeneinsatz nach Förderung: 72.000 € − 6.000 € (Zulagen) − 19.200 € (Steuer zurück) = 46.800 € eigenes Geld. Auf dieses Kapital erzielte die Strategie 158.154 € Reinertrag — eine effektive Eigenkapitalrendite von 338 % über 30 Jahre.

Szenario B: Eigenkapital für Immobilien aufbauen

200 € monatlich werden 10 Jahre lang angespart (ETF, 7 % p.a.) — nach 10 Jahren: 34.728 € Eigenkapital. Damit wird 2037 eine Wohnung für 260.000 € (20 % EK + Kaufnebenkosten) gekauft. Annahmen: 3,7 % Zins, 1,5 % Tilgung, Kaltmiete 900 €/Monat:

KenngrößeWert
Kaufpreis 2037260.000 €
Eigenkapital eingesetzt52.000 € (20 %)
Kredit208.000 €
Monatliche Rate (Zins+Tilgung)902 €
Monatl. Cashflow ab Kauf−2 € (nahezu null)
Immobilienwert 2057 (3 % p.a. Wertsteigerung)~469.000 €
Restschuld 2057~144.000 €
Nettovermögen 2057~325.000 €

Der monatliche Cashflow ist nahezu null — die Immobilie "bezahlt sich selbst". Das Nettovermögen (Immobilienwert minus Restschuld) beträgt 2057 rund 325.000 €. Der Unterschied zum ETF-Depot (204.954 €): Die Immobilie liegt trotz niedrigerer rechnerischer Rendite durch den Hebeleffekt (nur 20 % Eigenkapital, 80 % Kredit) deutlich vorne.

Direkter Vergleich: Was bringt mehr?

KriteriumAktienrente (ETF)Immobilien-Investition
Endvermögen 2057~205.000 € netto~325.000 € (Nettovermögen)
Monatliche Zusatzrente683 €/MonatMieteinnahmen nach Tilgung
Mindestkapital zum StartKein Minimum20–30 % Kaufpreis nötig
LiquiditätTäglich handelbarGebunden, kaum flexibel
Staatliche FörderungJa (Zulagen + Steuer)Nein (nur AfA-Abschreibung)
Inflation­schutzMittelSehr hoch (Sachwert)
VerwaltungsaufwandMinimalHoch (Mieter, Instandhaltung)
Hebeleffekt möglich?NeinJa (80 % Fremdkapital)

Das Fazit: Kombinations-Strategie gewinnt

Keines der beiden Modelle gewinnt haushoch. Die Immobilie baut mehr absolutes Vermögen auf, weil der Leverage-Effekt das eingesetzte Eigenkapital multipliziert. Die Aktienrente ist flexibler, staatlich gefördert und benötigt kein Startkapital.

Die optimale Strategie: Aktienrente für Liquidität und Förder-Effizienz + Immobilie für Vermögensaufbau und Inflationsschutz. Wer mit 30 startet und beides parallel betreibt — 200 € in den ETF-Sparplan und parallel auf das Wohnungs-Eigenkapital hinsparen — hat nach 30 Jahren potentiell über 500.000 € Gesamtvermögen aufgebaut.

Für die Immobilien-Seite der Gleichung: Der Cashflow-Rechner zeigt dir monatlich, ob eine konkrete Wohnung positiven Cashflow bringt. Die Stadtrendite-Übersicht zeigt, welche deutschen Städte noch reale Renditen über 4 % ermöglichen.

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Häufige Fragen

Was ist sicherer — Aktienrente oder Immobilie?

Beide haben unterschiedliche Risiken. ETFs schwanken kurzfristig stark (Volatilität), erholen sich aber historisch langfristig. Immobilien schwanken weniger im Wert, aber binden Kapital, haben Klumpenrisiken (eine Stadt, ein Mieter) und können leer stehen. Diversifikation über beide Anlageklassen reduziert das Gesamtrisiko.

Kann ich Aktienrente und Immobilien gleichzeitig machen?

Ja — und das ist die empfehlenswerte Strategie. Starte mit dem ETF-Sparplan für monatliche Liquidität und Förderung, spare parallel Eigenkapital für die erste Immobilie. Ab ca. 50.000 € EK ist eine Wohnung in B-Städten (Leipzig, Dortmund, Magdeburg) mit positivem Cashflow realistisch.

Wie berechne ich die Rendite einer konkreten Wohnung?

Kaufpreis geteilt durch Jahreskaltmiete = Kaufpreisfaktor (KPF). KPF unter 20 = gute Rendite. Für den genauen Cashflow (nach Kredit, Verwaltung, Instandhaltung) nutze den Cashflow-Rechner auf dieser Seite.

KR
Kapitalanlage-Redaktion
Redaktionsteam mit Fokus auf Immobilien-Kapitalanlage, Renditeberechnung und Mietrecht. Alle Inhalte werden regelmäßig auf Aktualität geprüft.
Veröffentlicht: 21. Mai 2026 · Aktualisiert: 21.05.2026 · 7 Min. Lesezeit
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📅Aktualisiert: Mai 2026 · Quellenangaben im Artikel